Schülerinnen und Schüler der FOS Landshut-Schönbrunn und der Staatlichen Wirtschaftsschule führen kriminell gute Experimente durch.
Gut, dass in der ersten Reihe Schutzkittel und Schutzbrille Pflicht sind. Vielleicht wären die Haare auf dem Oberarm sonst versengt worden. Gerade eben hatte Chemielehrerin Ursula Sagstetter mit einem elektrischen Anzünder einen besonderen Schaum in der Handfläche eines Probanden entzündet. Aufgeschäumt war die Seifenmischung mit Propan. Und schon regnete es Feuerzungen vom Lehrerpult. Nach einer Schrecksekunde in den Schülerreihen ist das Staunen über den Feuertrick groß. Ganz viele melden sich jetzt als Probanden, um selbst das „Flammenschwert“ in der Hand halten. Doch Feuerregen war nicht der einzige Nervenkitzel in dieser besonderen Chemie-Doppelstunde.

Seit drei Jahren pflegen die Staatliche Fachoberschule Landshut-Schönbrunn und die Wirtschaftsschule Landshut eine Partnerschaft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Mint-Fächern. Interessierte Achtklässler der Wirtschaftsschule dürfen z. B. am Chemieunterricht der Fachoberschule teilnehmen. Und einmal im Jahr erproben 11.-Klässlerinnen und –Klässler im Naturwissenschaftsraum der Staatlichen Wirtschaftsschule zusammen mit den Mittelstufen-Schülerinnen und -Schülern Chemie-Challenges.
An drei Stationen arbeiten die gemischten Gruppen. An einer Station geht es darum, einen Täter zu überführen, indem man mit chemischen Tricks Fingerabdrücke sichtbar macht. Am zweiten Arbeitsplatz kommt man mit Hilfe der Fehling-Lösung Zucker in Bonbons auf die Spur. Station Nummer drei verwandelt Fett in wohlriechende Lippenstifte. Das ist zwar weniger kriminalistisch, dafür darf man das Ergebnis mit nach Hause nehmen. „Im Chemieunterricht muss man etwas selbst machen, nur zuschauen, das reicht nicht“, meint Frau Sagstetter. Dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe die Gruppen betreuen, kommt jeder der Wirtschaftsschüler an jeder Station eigenhändig zum Zug. Was man selbst gemacht hat, das vergisst man nicht so schnell. Nur vom Feuerregenschaum sollte man sich geflissentlich in Acht nehmen. Die Schülerin der 11. Jahrgansstufe warnt: „Ja nicht zuhause nachmachen – das wäre zu kriminell.“
Achim Reinhart, FOS Schönbrunn




