Vierstufiger Zweig

Der Schultyp Wirtschaftsschule vermittelt neben der Allgemeinbildung eine vertiefte berufliche Grundbildung im Bereich Wirtschaft und Verwaltung. Nach bestandener Prüfung wird der Wirtschaftsschulabschluss (mittlerer Schulabschluss bzw. „Mittlere Reife“) verliehen, welcher den Weg ins Berufsleben auf zwei Ebenen ermöglicht:

Übertrittsbedingungen

Die Schülerinnen und Schüler treten nach der 6. oder 7. Klasse der Mittelschule, Realschule oder des Gymnasiums in den vierstufigen Zweig der Wirtschaftsschule über. Im einzelnen sind dabei folgende Übertrittsvoraussetzungen zu beachten:

  • Mittelschüler der 6. oder 7. Klasse können mit einem Notenschnitt von mind. 2,66 aus Deutsch/Mathematik/Englisch in Zwischen- oder Jahreszeugnis in unsere 7. Klasse aufgenommen werden. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, besteht die Möglichkeit eines Probeunterrichts.
  • Gymnasiasten und Realschüler treten in die 7. bzw. 8. Klasse ein, wenn die vorhergehende Klasse bestanden wurde oder in den an unserer Schule unterrichteten Fächern nicht mehr als einmal die Note 5 oder in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mindestens die Note 4 vorliegt.
  • Weitere Übertrittsbedingungen  (z.B. von anderen Schularten als den bisher genannten oder in andere Jahrgangsstufen als beschrieben) erfragen Sie bitte direkt bei uns.

Unsere Profilfächer

Im Zuge der Neuausrichtung der Wirtschaftsschule zum Schuljahr 2014/15 wird das Profil der Wirtschaftsschule weiter geschärft und konsequent an den Erfordernissen der Unternehmen in der Praxis sowie den notwendigen Voraussetzungen weiterführender Schulen (z.B. FOS) ausgerichtet. Die drei Profilfächer der nebenstehenden Grafik übernehmen dabei eine Schlüsselfunktion.

Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle (BSK): Die betriebliche Wirklichkeit wird maßgeblich durch Geschäftsprozesse geprägt, die betriebswirtschaftliche Kompetenzen mit Kenntnissen aus dem Rechnungswesen vereinen. Das Rechnungswesen ist ein Teil der Betriebswirtschaft; hier wird das Betriebsgeschehen in Zahlen erfasst und weiterverarbeitet. Deshalb vereint das Fach Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle (BSK) Themen aus der Betriebswirtschaft mit Themen aus dem Rechnungswesen. Im Fokus steht es dabei, den Schülern die grundlegenden Zusammenhänge nahe zu bringen, sie praxisnah auszubilden und schließlich dem Bildungsauftrag der Wirtschaftsschule – Vermittlung einer kaufmännischen Grundbildung – gerecht zu werden.

Im Fach Übungsunternehmen vernetzen sich die anderen Unterrichtsfächer, wie BSK, Deutsch oder Informationsverarbeitung. Die Schüler lernen dabei die kaufmännische Praxis in vertiefter Weise kennen und erkennen betriebswirtschaftliche Zusammenhänge. In den vier Handelsbetrieben unserer Schule erledigen die Schüler alle bei Einkaufs- und Verkaufsvorgängen anfallenden kaufmännischen Tätigkeiten. Die Wirtschaftsschule ist der einzige Schultyp, der dieses bei Ausbildungsbetrieben hochgeschätzte Fach unterrichtet. Die Schüler können wählen, ob die Abschlussprüfung im Fach Übungsunternehmen oder Mathematik abgelegt wird.

Mathematik: Um nach der Wirtschaftsschule einen Übertritt an weiterführende Schulen wie die Fachoberschule (FOS) zu ermöglichen, ist Mathematik für alle Schüler in jeder Jahrgangsstufe Pflichtfach. Eine Abschlussprüfung in diesem Fach ist dagegen nicht verpflichtend (Wahlmöglichkeit zwischen Mathematik und Übungsunternehmen). Dabei wird bereits ab der 7. Jahrgangsstufe eine differenzierte Förderung der Schüler speziell für das Fach Mathematik gewährleistet.

Allgemeinbildende Fächer Deutsch und Englisch: Die Sprachfächer Deutsch und Englisch wurden im Rahmen der Neuausrichtung der Wirtschaftsschule ausgeweitet. Im Fach Deutsch werden die Möglichkeiten zur differenzierten Förderung der Schüler in der Jahrgangsstufe 7 erweitert. Auch dem Fach Englisch wird – entsprechend seiner Bedeutung in der beruflichen Praxis – durch eine Erhöhung des Stundenumfangs in den Jahrgangsstufen 9 und 10 noch stärkere Bedeutung als bisher beigemessen. Sowohl Deutsch als auch Englisch sind Abschlussprüfungsfächer.

Informationsverarbeitung: Schüler müssen fundierte Kenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnologien erwerben und diese praktisch sowie auf wirtschaftliche Problemstellungen ausgerichtet, anwenden können, um in der Berufswelt zu bestehen. Die bisherigen Fächer „Textverarbeitung“ und „Datenverarbeitung“ bilden hier die Grundlage für das neue Fach Informationsverarbeitung. Nach dem Erwerb grundlegender Kompetenzen in der Jahrgangsstufe 7 werden die Inhalte in der 8. Jahrgangsstufe – unter erster Verwendung von Sachverhalten aus den Übungsunternehmen – fachübergreifend vertieft. In den Jahrgangsstufen 9 und 10 erfolgt schließlich eine weitere Intensivierung EDV-orientierter Inhalte – stets ausgerichtet an und eng verknüpft mit den Geschäftsprozessen und Aufgabenstellungen aus dem Fach „Übungsunternehmen”.

Allgemeinbildende Fächer “Natur und Technik”, “Sozialkunde/Geschichte” und “Wirtschaftsgeographie”: Neben den Fächern Deutsch und Englisch bilden natürlich noch weitere allgemeinbildende Fächer die Grundlage umfassender Bildung an der Wirtschaftsschule. Die ebenso neu strukturierten Fächer „Natur und Technik“, Sozialkunde/Geschichte und „Wirtschaftsgeographie“ werden im Folgenden kurz erläutert:

Sowohl das Erkennen von Zusammenhängen als auch prozessorientierte Handlungen sollen für Schüler stets im Vordergrund ihres schulischen Lernens stehen. Um diesem Gedanken Rechnung zu tragen, vereint bspw. das Fach Natur und Technik Inhalte aus der Biologie, der Physik und der Chemie. Dieses Fach „NuT“ soll einerseits Neugier und Interesse der Schüler für naturwissenschaftliche Phänomene wecken, andererseits dadurch aber auch kaufmännisch orientierten Schülern einen praxisorientierten und experimentellen Zugang zu diesen Themen ermöglichen, um ihnen die immer wichtiger werdenden Zusammenhänge zwischen Naturwissenschaft und Wirtschaft näherzubringen.

In Sozialkunde und Geschichte werden die Schüler auf der Grundlage des Menschenbildes, der Demokratie und der historischen Entwicklungen zu eigenverantwortlichem Handeln, Urteilsfähigkeit sowie zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft erzogen.

Das Fach Wirtschaftsgeographie betrachtet Inhalte aus der Volkswirtschaftslehre und der Erdkunde – auch und vor allem unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Wechselwirkungen.

Weitere allgemeinbildende Fächer wie Religion, Sport, Musik, etc. runden den Fächerkanon der Wirtschaftsschule letztlich ab.