Übungsfirmen

E/ME, RW/ZA oder VS/WV?

Wer mit diesen und ähnlichen Kürzeln etwas anfangen kann, hat das Anfängerstadium des zweijährigen Wahlpflichtfaches „Übungsfirmenarbeit“ bereits hinter sich! Allerdings wollen wir in jeweils drei Wochenstunden nicht nur seltsame Abkürzungen, sondern insbesondere die Abläufe in einem Großhandelsbetrieb kennenlernen. Begonnen wird in der 9. Jahrgangsstufe des 4-stufigen bzw. in der 10. Jahrgangsstufe des 2-stufigen Zweiges. Simulierte Unternehmen bilden dabei die reale Geschäftswelt ab und führen die Schüler anhand konkreter Aufgabenstellungen an die kaufmännische Sachbearbeitung heran.

Woher kommen diese Aufgabenstellungen?

Bereits seit etwa Mitte der 80er-Jahre wird an sämtlichen bayerischen Wirtschaftsschulen das Fach Übungsfirmenarbeit unterrichtet. Die derzeit weit mehr als 200 Übungsfirmen sind dabei über den Übungsfirmenring miteinander verbunden. Diese Organisation mit Sitz in Memmingen übernimmt zentrale Aufgaben wie z. B. Führung des Handelsregisters, der Bankkonten und Betreuung des Übungsfirmen-Portals im Internet.

ÜFA-Portal: Handelswarenlager

Die Startseite des Übungsfirmenrings finden Sie hier: www.uebungsfirmen.de

Jede Übungsfirma kann nun innerhalb des Übungsfirmenrings mit den verbundenen Firmen Handel treiben, also die eigenen Produkte verkaufen und bei anderen Unternehmen einkaufen. Dadurch entstehen vielfältige Aufgaben in den Bereichen Einkauf, Lager, Verkauf, Versand, Rechnungswesen und Personal.

Wie läuft der Übungsfirmenunterricht ab?

An der SWS existieren vier Übungsfirmen:

  • Landshuter Bücherinsel GmbH (Vertrieb von Büchern, Videos, CDs und DVDs)
  • Gesma GmbH (Vertrieb von Gesundheits- und Sanitätsartikeln)
  • Möbelland Landshut GmbH (Großhandel für Büro- und Kleinmöbel & Accessoires)
  • Zimmergrün GmbH (Großhandel für Zimmerpflanzen und Zubehör)

Blick in die Übungsfirma 2

Diese vier Firmen sind in zwei großen  Lehrbüros untergebracht, wobei jedes dieser Großraumbüros aus den verschiedenen Abteilungen eines kaufmännischen Betriebes besteht.

Nach einem mehrwöchigen Theorieteil, in dem Hintergrundwissen zur Organisation eines Großhandelsbetriebes vermittelt wird, beginnt die eigentliche Arbeit auf den verschiedenen Stellen der jeweiligen Übungsfirma. Gearbeitet wird in Gruppen von ca. 10 bis 14 Schülern, nach einigen Wochen wird jeweils die Stelle gewechselt. Am Ende der insgesamt zwei Jahre in der Übungsfirma sollten die „Mitarbeiter“ dann im Idealfall alle für Einkauf und Verkauf relevanten Stellen durchlaufen haben.

Welche Vorteile bringt der Übungsfirmenunterricht?

Unsere Schüler erarbeiten sich durch die Stellenrotation nach und nach einen Gesamtüberblick über kaufmännische Zusammenhänge. Dieses Wissen kann auf praktisch jedes kaufmännisch organisierte reale Unternehmen übertragen werden und bietet im Hinblick auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz deutliche „Wettbewerbsvorteile“ gegenüber Bewerbern anderer Schularten! Ach ja, und natürlich weiß man dann auch, dass „E/ME“ Einkauf/Materialeinkauf bedeutet, „RW/ZA“ ist die Stelle Rechnungswesen/Zahlungsausgänge und hinter „VS/WV“ verbirgt sich Versand/Warenversand! Frohes Schaffen!